Tief wie nie

von Andi Appel, Stark!Strom Herausgeber

Er wachte auf und spürte gleich, dass etwas anders war. Die Sonne schien, der Rücken schmerzte, die Kinder saßen beim Frühstück,  doch irgendwas fehlte. U-Bahn, Büro, Stammbeisl, alles wie immer, aber irgendetwas war seltsam.

Erst beim abendlichen TV-Zapping kam er drauf: Keine Falco-Doku, kein Falco-Jubiläum. Kein 60. Geburtstag, kein 20. Todestag. Kein 37jähriges Dienstjubiläum des Urologen des Rauchfangkehrers der Schwägerin seines Nachbarn, ja noch nicht mal ein exklusiver Fund eines verloren geglaubten Backenzahns des Hamsters seiner Ex-Frau.

Kein Film, kein Musical (gibt's eigentlich den Begriff der posthumen Todesstrafe?), kein Donauinselfestkonzert, bei dem natürlich JEDER dabei war - auch Leute, die damals nachweislich nicht im Land oder auf der Welt waren. Keine Tribute Show, kein Re-Release vom Re-Release und vor allem kein Rudi, kein Ronnie, kein Markus, kein Conny.

Stattdessen war Falco an diesem sonderbaren Tag einfach das, was er nun mal seit langem ist: Tot.
Und durfte so als erfolgreicher und verdienstvoller österreichischer Künstler auch endlich einmal das, was man eigentlich jeder Leich' zugestehen sollte:

In Frieden ruhen.